Apostroph oder nicht?

Eine der häufigsten Korrekturen, die wir bei Rotstift machen müssen, betrifft die äussere Form des Apostrophs: Manchmal wird er als senkrechter Strich gesetzt, manchmal steht er auf dem Kopf, sogar als Gravis kommt er gelegentlich daher.

In der einzig korrekten Schreibweise entspricht der Apostroph jedoch einem hoch stehenden Komma, und zwar in allen Sprachen.

Verwendung des Apostrophs
1. Der Apostroph steht immer anstelle des Genitiv-s bei Eigennamen, die auf -s, -ss, -ce, -x, -tz, -z oder ähnlich ausgehen und keinen Artikel oder ein anderes fallanzeigendes Wort bei sich haben:
• Aristoteles’ Vorstellungswelt;
• Marx’ Schriften;
• Grass’ Nobelpreis;
• Maurice’ neues Auto;
• Vaduz’ Schloss.

2. Der Apostroph wird toleriert in Firmennamen vor dem Genitiv-s
• Nadja’s Krimishop;
• Sabine’s Taverne;
• Daniel’s Döner-Corner.

3. Der Apostroph wird toleriert, wenn sich die Kurzform des Pronomens es an ein vorangehendes Wort anlehnt:
• Geht’s dir gut? Sie hat’s gut gemacht.
• Begreifst du’s jetzt endlich?
• Wenn’s heute schneit, bleib ich zu Hause.

Ohne Apostroph:
• Gehts dir gut? Sie hats gut gemacht.
• Begreifst dus jetzt endlich?
• Wenns heute schneit, bleib ich zu Hause.

4. In allen anderen Fällen steht kein Apostroph:
• Das nehm ich dir nicht übel.
• Das wär ja wunderbar!
• Sie traun ihm nicht über den Weg.
• Gehn Sie doch endlich!
• Morgen kommen Balmers noch auf einen Sprung vorbei.
• Die Schriften des Aristoteles gibt es als Paperback.
• Die Ideen unserer Beatrix sind meistens gut.
• Im Seminar geht es um die Grundlagen des Journalismus.
• Der Inhalt dieser CDs entspricht meinen Vorstellungen nicht ganz.
• Er hat all sein Hab und Gut verloren.
• Du kannst mich nicht hinters Licht führen.
• All diese Probleme lösen wir im Handumdrehen.
• Das ist verlorne Zeit.
• Sei mir nicht mehr bös.

5. Bei der Schreibung von Jahreszahlen setzt man im Deutschen keinen Apostroph, wenn man die ersten beiden Ziffern weglässt:
• Juni 99, April 56, Dezember 02.

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