Trennungen und ihre Tücken

Mit der aktuellen deutschen Rechtschreibung ist mehr möglich. Früher galt es zu unterscheiden zwischen deutschen Wörtern und Fremdwörtern. In Fremdwörtern blieben Buchstabengruppen wie bl, gl, gn, br zusammen, während man diese in deutschen Wörtern trennen musste.

1. Fremdwörter können nach den Trennregeln für deutsche Wörter getrennt werden, man kann sie aber auch wie bisher behandeln.

Gewisse Fremdwörter lassen sich so auf drei Arten trennen:
In-du-strie (wegen 1.), In-dus-trie (wegen 3.), In-dust-rie (wegen 1.);
Kon-struk-tion, Kons-t-ruk-ti-on;
In-stru-ment, Ins-t-ru-ment;
• ebenso Australien (und andere Fremdwörter mit der Buchstabengruppe str).

2. Die Trennung von ck wird gehandhabt wie die von ch und sch:
Zu-cker-bä-cker (und nicht: Zuk-ker-bäk-ker).

3. In deutschen Wörtern und in gewissen Fremdwörtern wird st getrennt.
Chris-toph, Fens-ter (nicht: Chri-stoph, Fen-ster)
• As-sis-tent, Res-tau-rant (und nicht: As-si-stent, Re-stau-rant)

4. Keine Ausnahme mehr bilden Fremdwörter mit lateinischen Vorsilben (in-, kon-). Sie können auf zwei (oder manchmal auch mehr) Arten getrennt werden:
kon-stant oder kons-tant;
in-struktiv, ins-truktiv oder inst-ruktiv;
Pro-blem oder Prob-lem;
qua-dra-tisch oder quad-ra-tisch
In-te-res-se oder In-ter-es-se

Die Trennung in Wortfugen bleibt natürlich; immer noch: Alp-horn, nicht: Al-phorn.

Abweichung vom Duden: Wir tolerieren keine abgetrennten Einzelbuchstaben am Wortanfang.
• Also nicht: E-sel.
Ebenso sollte darauf verzichtet werden, die Endung -tion in -ti-on zu unterteilen:
Ak-tion (und nicht Akti-on).

Alles klar? Im Zweifelsfall die Fachleute bei Rotstift fragen.

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